Seminar Hamburg

Zusatzqualifizierung Inklusionspädagoge*in

Die Waldorfschule ist eine Schule, die von Anfang an für alle Schüler*innen gedacht war. Ihre Pädagogik bezieht sich einerseits auf die altershomogene Entwicklung des Menschen und geht andererseits auf die individuellen Begabungen eines jeden Menschen ein. In ihren Grundgedanken ist sie eine inklusive Schule.

In der Praxis, heute nach 100 Jahren, erkennen wir, dass uns der pädagogische Umgang im Spannungsfeld Diversität – Individualität längst nicht immer gelingt.
Pädagogen und Pädagoginnen klagen über die steigende Anzahl „(verhaltens-)auffälliger“ und „schwieriger“ Kinder. In der pädagogischen Praxis wird darauf mit einer zunehmenden Differenzierungstendenz und einer enormen Erweiterung des pädagogischen Personals durch Assistenten, Hilfskräfte, Sonder- Förder- und Sozialpädagogen reagiert.

Der Paradigmenwechsel Inklusion greift das Thema anders. Die ihm zugrunde liegende Frage lautet, wie viele Kinder uns mit ihren Begabungen so ausgeprägt entgegentreten müssen, dass wir uns den Herausforderungen der Zukunft wirklich stellen und dementsprechend handeln.

Der neue Ansatz am Seminar für Waldorfpädagogik in Hamburg geht dabei davon aus, dass die Waldorfpädagogik in sich selbst die besten Voraussetzungen für eine inklusive Lebens- und Lernkultur bietet. Eine Vertiefung durch eine Dynamische Diagnostik eröffnet neue Perspektiven, mit der Verschiedenheit umzugehen und diese als Ressource für alle zu nutzen. Auf dieser Grundlage ist eine Methodik zur Gestaltung inklusiver Prozesse entstanden, die uns helfen kann, aus der Lehrerzentriertheit auszusteigen und neue Lernprozesse zuzulassen.

Das Angebot der Zusatzqualifizierung richtet sich an tätige Pädagogen und Pädagoginnen an Waldorf- und heilpädagogischen Schulen sowie an Studierende des Seminars für Hamburg.
Die Qualifikation zum/r Inklusionspädagogen/in kann als Haupttätigkeit oder als Ergänzung zu einer Klassen- bzw. Fachlehrertätigkeit genutzt werden.

Der Inklusionspädagoge hat die Fähigkeit:

inklusive Methoden in einer Teamarbeit mit Klassen- und Fachlehrern in der Durchführung zu begleiten, sie zu reflektieren und diese in der Vorbereitung von Unterrichtssequenzen zu entwickeln.
eine dynamische Diagnostik anzuwenden, die es ermöglicht, die Barrieren zu erkennen, die einer Teilhabe der Schüler am Lernprozess im Wege stehen.
entwicklungsorientierte, individuelle Lernschritte der Schüler im Schulalltag einzubetten und zu koordinieren.
inklusive Standards im dynamischen Strukturprozess in der Organisation Schule zu entwickeln, für die inklusive Arbeit notwendige Ressourcen zu installieren und abzurufen.
den Unterrichtsprozess von diskriminierenden Zuschreibungen aller Art frei zu halten.

I. Grundlagen inklusiver Methodik
II. Inklusive Methodik vor dem Hintergrund der Menschenkunde
III. Dynamische Diagnostik
IV. Schulentwicklung
V. Kunst als Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit